So urteilt die Presse:

 

Mannheimer Morgen vom 06. 11. 2009

 

Mannheimer Ansichten: Mit leichtem Pinselstrich durch das ganze Jahr

 

Die Neckaruferbebauung mit Brückenschlag in feinen Schattierungen von Grün, Blau und Violett, Abendrotstimmungen im Hafen oder Frühlingsleuchten am Neckar, grandiose Aussichten auf das Nationaltheater, auf die Planetariumspyramide oder den Friedrichsplatz mit den Arkadenbauten im satten Vollton: malerisches Mannheim in 12 Variationen.
Mit leichtem Pinselstrich und technischer Meisterschaft hat Aquarellkünstler Ortwin Zeidler, seit 1969 Mannheimer, seine Stadt auf ein ungewöhnliches horizontales Format von 85 mal 34 Zentimeter gebracht, präsentiert in seiner Serie den Wasserturm ebenso wie das Schloss oder den Hauptbahnhof aus spezieller Perspektive.
Die Edition Quadrat in G7, 14 hat nun aus 12 ausgewählten Aquarellarbeiten des freischaffenden Künstlers einen Panoramakalender gestaltet. Ein Textblatt beschreibt die Orte, die Zeidler ins Zentrum seiner Betrachtungen rückte. ISBN 978-3-941001-04-6. Edition Quadrat, 39 Euro. Mehr unter info@editionpanorama.de.

red/BILD: EDITION QUADRAT

 

Mannheimer Morgen vom 23. 09. 2009

Wallstadt: Ortwin Zeidler und Gudrun Wilhelms entführen bei der Rathausmatinée in die Toskana

Genuss und Verdruss zwischen etruskischen Mauern

Von unserer Mitarbeiterin Christina Altmann

Es fehlte nur noch ein guter Montepulciano zu Ravioli mit Salbeibutter oder Crostini mit schwarzen Oliven und der Flair der Toscana hätte sich perfekt über das Rathaus gelegt. Doch allein die genussvollen Texte von Gudrun Wilhelms und die wärmenden Aquarelle von Ortwin Zeidler genügten schon, um die Besucher ganz in diese vielgepriesene etruskische Landschaft zu versetzen. Toskana in Wort und Bild zu Gast in Wallstadt - das war die zweite Rathausmatinée in diesem Jahr, zu der Bürgerdienstleiterin Patricia Munterde einen großen Kreis von Kulturfreunden begrüßen konnte.

Ob die noch ausstehende dritte Matinée stattfinden wird, liegt noch in den Sternen. Organisatorin Manuela Müller fürchtete, die bevorstehende notwendige Dachsanierung im Haus könne es verhindern. Doch noch ist das Rathaus keine Baustelle, und die Toskana breitete sich mit all ihren Schönheiten und Verlockungen aus. Da tauchen sie in Zeidlers Bildern auf - die typischen weißgetünchten Gutshöfe mit ihren flachen roten Giebeldächern - mitten in den Zypressen-gesäumten weiten Hügeln. Geschwungene Wege führen zu den Ortschaften mit ihren langgezogenen Häuserfluchten und Arkaden-umgebenen Marktplätzen. Aus Dachlandschaften ragen die Geschlechtertürme von San Giminiano, die Kirchen und Tore von Lucca, Volterra, Montalcino oder San Miniato heraus, und unter einem diffusen Himmel erhebt sich der Dom von Florenz.

Eine wohltuende Ruhe liegt über Zeidlers Impressionen; kein Mensch, kein Tier lenkt den Betrachter ab, keine harten Konturen, keine grellen Farben stören sein Auge. Erdenes Ocker, dunkles Grün, Rostrot und Graublau dominieren, strahlen Wärme und Beschaulichkeit aus. Hier boten sie einen hervorragenden Rahmen zu Wilhelms charmant-unterhaltsamer Erzählung vom ereignisreichen Aufenthalt einer jungen Münchener Journalistin in der Toskana. Eigentlich reizte Angelica die Reise gar nicht, doch um das Ticket ihrer Freundin Marie nicht verfallen zu lassen, nahm sie das Angebot an: Eine Woche Urlaub in der Toskana - das sollte das Seelenleben der attraktiven Journalistin mächtig durcheinanderbringen. Unvermittelt steht sie zwischen zwei Männern: dem weltgewandten, diskreten Kunsthändler Lucas Stern und dem protzigen, selbstverliebten, berühmten Schauspieler Salvatore Terremoto.

 

Schwetzinger Zeitung vom 16. Juli 2009

Ausstellung: Kunst im Amtsgericht mit Aquarellen von Ortwin Zeidler

Mit Blumen preist er Schönheit der Natur

Von unserer Mitarbeiterin Sibylle M. Derr

Sanft schmiegt sich das Leimbächlein rechter Hand durchs Bild. Der Blick wird über das Geländer zum Amtsgericht gelenkt, das wie aus einer duftigen Wolke von Rosatönen auftaucht, Justitias Sitz romantisch verklärt. Das weniger Attraktive, die Parkplätze zur Linken, hat Ortwin Zeidler "wegretuschiert". "Schöne Bilder streicheln die Seele", sagt der Wahl-Mannheimer, der vor vier Wochen seine Zelte an der Bergstraße neu aufgeschlagen hat und jetzt Aquarelle im Amtsgericht Schwetzingen unter dem Titel "Wasser und Farbe" ausstellt.

Hort der Gerechtigkeit

Sichtlich angetan von dieser Darstellung des Horts der Gerechtigkeit wirkte Amtsgerichtsdirektor Hans Moser bei der Ausstellungseröffnung am Montagabend. "Dies ist die 35. Ausstellung des Vereins 'Kunst im Amtsgericht' und damit die vorletzte in der Zeit, in der ich Sie begrüßen darf", läutete Moser seinen Abschied ein. Er äußerte aber die Hoffnung, "dass die kommenden Ausstellungen ebenfalls hier stattfinden werden".

Auf traditionellen Pfaden

Die Vereinsvorsitzende Andrea Großmann ging in ihrer Laudatio auf die vielfältigen Motive des 1954 in Plauen geborenen Malers ein, der von 1975 bis 1977 im Mannheimer Kubus mehrere Kurse in Aquarellmalerei und Aktzeichnen belegte. Städteansichten, Landschaften, Blumenbilder - Zeidler bewegt sich auf traditionellen Pfaden. Wer das Besondere seiner Aquarelle sucht, muss sie sich aus der Nähe betrachten. Klecksspuren der wässrigen Aquarelltechnik baut er bewusst ein, dem Blatt Papier wird so Leben eingehaucht, sogar atmosphärische Stimmungen fast turnerischen Ausmaßes gelingen ihm ("Häuser am See").

Hat Ortwin Zeidler früher pleinair gemalt, sucht er heute die Stille des Ateliers auf, um seinen vielfältigen Motiven, die er von seinen teils fotografischen Streifzügen durch die Natur nach Hause nimmt, ins Blatt zu setzen. "Ich bin ständig inspiriert", sagt der 55-Jährige, der seinen Beruf als Diplom-Biologe nie ausübte, sein Leben als selbstständiger Organisationsprogrammierer verdiente und seinen Beruf vor einem Jahr an den Nagel hängte. Seither lebt er als freischaffender Künstler - "beneidenswert", seufzte Großmann.

Spannungsreiche Gegensätze

Die Naturverbundenheit schlägt sich in seinen Landschaften nieder, Burgenromantik und Loreley, Dorfstraßen im Odenwald, Rhein-Neckar-Kreis und der Pfalz. Häufig sind es aber gerade seine weniger idyllischen Sujets wie die Neue Mainzer Straße in Frankfurt - Klein-Manhattan - oder die Hafenanlagen in Mannheim, die von der spannungsreichen Vereinigung der Gegensätze leben, sich im Nebeneinander von schön und hässlich hervortun.

In der Schau auf drei Stockwerken begegnen dem Besucher Wahrzeichen wie die Spargelfrau auf dem Schlossplatz oder der Jakobspilger in Speyer, Dachlandschaften und Bergdörfer der Toskana, der Blick zum Dom in Florenz oder venezianische Veduten.

Gewiss, schon Van Gogh brachte außergewöhnliche Blumenbilder zuwege, Generationen von malenden Männern vor und nach ihm. Dennoch sind Zeidlers Blumenbilder in ihrer weiblichen Konnotation für einen Mann bemerkenswert. Weiße Rosen formen sich aus grünem Blattwerk, Lasurtechnik nennt er dies, Cosmeen, Echinaceen, Margariten und roter Mohn preisen die Schönheit der Natur. Die Verfahrensweise hat Zeidler von Heinz Hölzer übernommen, bei dem er seit einigen Jahren im Vorarlberg Kurse in Blumenmalen besucht. "Für mich sind Blumen die schwierigsten Themen", sagt Zeidler, dem sie doch so famos gelingen.

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